Der Baader-Popcorn-Komplex
Ganze 150 Minuten lang ist der neue Film vom Regiesseur Uli Edel und dem Produzenten Mr. Concorde aka Bernd Eichinger. Das klingt auf den ersten Blick ziemlich solide, jedoch fehlt dem Film leider alles was den Klassiker von Stefan Aust so spannend macht, nämlich die Hintergründe und die Details. Wer das Buch nicht kennt und gleich zum Film bzw. zur Kinokarte greift, um einen Teil des Baader-Meinhof-Komplex zu begreifen ist damit leider völlig falsch bedient.
Fragt sich nur für wen der Film interessant ist? Die, die das Buch gelesen haben kennen den Inhalt sowie das Ende des Films und die, die nur den Film gucken begreifen leider viel zu wenig. Ein Kommentar eines jüngeren Besuchers nach dem Film lautete: „Da hab ich jetzt gar nichts gerafft.“ Okay, außen vor ist natürlich die etwas ältere Generation, die die wilden Anfangsjahre der RAF miterlebt hat.
Wie bereits erwähnt fehlen dem Film hintergründige Details und Kleinigkeiten, wie die Tatsache, dass während der Verhandlung in Stammheim die Rechtsstaatlichkeit in der BRD enorm gefährdet war, wie Baader und Ensslin sich überhaupt kennen gelernt haben, oder das die Polizeikräfte völlig überfordert waren mit dieser neuartigen Situation und das schlichtweg einfach nur schlampig gearbeitet wurde. Anfangs gibt sich Herr Edel noch Mühe möglichst viele detailgetreue Aspekte mit einzubringen, welche aber mit dem Voranschreiten des Films abnehmen.
Natürlich kann man in zweieinhalb Stunden nicht die Hintergründe der Hauptakteure mit einbeziehen, aber dennoch wird für die meisten Kinobesucher, vor allem die jüngeren, heutzutage eher unerklärlich sein was es mit Ho-Ho-Ho Chi Minh auf sich hat, oder wer dieser Baader überhaupt war. Selbst Dutschke und Sartre kommen im Film viel zu kurz bzw. gar nicht vor. Okay, so wichtig waren die Besuche der beiden in Stammheim auch nicht, aber ich hätte es trotzdem gerne gesehen. Na ja, dann warte ich halt auf den „Extended Director’s Cut“ auf DVD.
Es gibt natürlich Momente in denen ersichtlich wird das Ulrike Meinhof und auch die anderen in der Isolationshaft abdrehen. Die Tatsache, dass Meinhof von ihren Kindern in Stammheim besucht wurde, die sie dann komplett fallen lässt, wird im Film nicht erwähnt. Somit bleibt der Wandel zur absoluten Radikalität und die Abspaltung von der Gruppe die im Selbstmord endet relativ offen. Lediglich die Unterbringung der Kinder bei einer Hippiegruppe in Italien während des Aufenthalts im Trainingscamp in Jordanien, sowie der Plan die Kinder anschließend nach Syrien zu schicken versuchen dieses Bild vom Wandel der fürsorglichen politisch engagierten Mutter zur Terroristin die nur noch den Kampf gegen das System sieht, zu zeichnen.
Meines Erachtens nach ist Bruno Ganz (Horst Herold) der beste Schauspieler in diesem Film, auch wenn ich jedes Mal irgendwie an Hitler denken musste sobald er was sagte. Gänzlich enttäuscht war ich von Johanna Wokalek, die etwas überfordert mit der Rolle der Gudrun Ensslin wirkte, sowie von Moritz Bleibtreu der es ebenfalls nicht leicht hatte den cholerischen Baader zu mimen. Wokalek sieht Ensslin leider nur bedingt ähnlich, genauso wie Bleibtreu dem Baader ähnelt und schauspielerisch war das, was von den beiden zu sehen war auch keine Höchstleistung. Wie auch immer, es gibt nur eine Ensslin! Die einzige, die überzeugend wirkt, ist Martina Gedeck als Ulrike Meinhof.
Der Film endet leider nicht so wie das Buch, sondern mit der Exekution von Hans Martin Schleyer, dem damaligen Arbeitgeberpräsidenten, dadurch wirkt die Geschichte ziemlich abgehackt. Mir hat am Ende ein Schlusswort gefehlt, wie zum Beispiel was die zweite und dritte Generation noch für Aktionen gemacht haben, das sich die RAF im Jahre 1998 selbst aufgelöst hat oder wie auch im Buch, dass im nachhinein viele Spekulationen über die letzte Nacht der Stammheimer Insassen aus dem siebten Stock und ihren Selbstmord aufkamen welche sie erst zum Mythos gemacht haben. Das allerdings wollten Edel und Eichinger nicht, da sie mit ihrem Film den Mythos um die RAF endgültig begraben wollten.
Manche Geschichten sind besser in einem Film verpackt und andere besser in einem Buch. Zu letzterem gehört eben der Baader-Meinhoft-Komplex.
Die Feder ist nun mal mächtiger als das Schwert und somit bleibt der Film leider nur die aalglatte Variante von Austs spannendem Werk, aber es wirkt ohnehin etwas affig wenn man versucht diese Thematik in einen Kinofilm zu verpacken. Der Film versucht ein Stück deutsche Zeitgeschichte für die verwöhnte Konsumgesellschaft aufzubereiten welche eigentlich konträr zu dem Grundgedanken der Baader-Meinhof-Gruppe steht. Mit diesem Film ist die RAF endgültig in der multimedialen Konsumgesellschaft des 21. Jahrhunderts angelangt und gliedert sich somit ungewollt in die audiovisuelle Kette zwischen Wikipedia, Youtube, StudiVZ/myspace und dem History Chanel ein. Wer wirklich etwas Interessantes zu dem Thema und zu den Umständen dieser Zeit sehen will, guckt sich die Doku „Aus dem Bilderbuch einer Revolte“ an, oder greift direkt zum Aust.

Die ganze Öl-Geschichte (“You’re cookin’?”) hat inzwischen ja schon fast einen Bart und auch schon vor “Who killed the Electric Car?” gab es Filme, die sich – wenigstens indirekt – mit der Situation auseinander gesetzt haben. Jedoch gab es bisher keine ordentliche Doku, welche die Geschichte der Ölförderung rekapituliert, den aktuellen Status Quo darstellt, einen Blick in die Zukunft wirft, zahlreiche renommierte Wissenschaftler und Wirtschaftsweise zu Wort kommen lässt, und – vor allem – das Ganze auch noch in einen Zusammenhang bringt.


Klar ist: Es gibt dort (auch) tatsächlich die best Worscht in Town. Ich weiss nicht ob der Chef inzwischen Franchises vergibt oder sich auch selbst um diesen Laden kümmert, aber jeder Worschtfan kommt hier voll auf seine Kosten. Alle möglichen, verschiedenen Arten von Worscht, Saucen in allen erdenklichen Geschmachsrichtungen und vor allem in unzähligen (7) Schärfegraden lassen dem Besucher das Wasser im Mund zusammen laufen.
