Eigentlich schaue ich mir die Bundesligapartien der Eintracht lieber zu Hause im heimischen Stadion an oder vorm TV. In den seltensten Fällen gucke ich mir eins der Spiele auch mal Auswärts vor Ort an wenn sich die Möglichkeit ergibt. Vergangenen Sonntag war es mal wieder soweit.
Für den zweiten Spieltag der Bundesliga und somit dem ersten Auswärtsspiel der Eintracht in dieser Saison konnte ich noch zwei Karten für das Spiel beim 1. FC Köln ergattern. Also sind wir dann am Sonntag doch noch spontan an die Stadt am Rhein gefahren und selbst das Wetter spielte mit.
In Köln angekommen war ich direkt erstaunt von dem hohen Polizeiaufgebot, ob es berechtig war, das vermag ich nicht zu beurteilen, aber Vorsicht ist ja die Mutter der Porzellankiste und somit auch besser als Nachsicht.
Bevor es zum Stadion ging, haben wir in der Nähe vom Dom bei Früh noch ein leckeres Jägerschnitzel mit Pommes und dazu noch ein paar Kölsch zu uns genommen.
Um uns herum waren sehr viele angereiste Frankfurter Fans zu sehen und vor allem zu hören. Ja, es ist ein Auswärtsspiel und ja Frankfurt hat mitunter die lautesten Fans der Bundesliga (mitunter auch die asozialsten), aber irgendwie kann ich auf diesen ganzen Trubel drum herum auch verzichten. Ich wollte lediglich einen angenehmen Sonntagnachmittag in Köln verbringen und ein bisschen Fußball gucken.
Auf dem Weg zurück zum Parkhaus und auf der Suche nach einer Sparkasse habe ich dann noch eine Dunkin Donuts Filiale entdecket. Fuck verdammt, Banken sind da zwar nicht so viele zu finden wie in Frankfurt, aber dafür gibt’s in Kölle Dunkin Donuts. Yaay!
Der Weg zum Stadion aus der Innenstadt war sehr einfach zu finden dank GPS und Navigationssystem und je näher man der Rhein Energie Arena kam umso mehr staute sich der Verkehr, aber alles hielt sich im erträglich Rahmen. Vom Parkplatz (P1) aus bis zum Stadion war es ein Fußweg von ca. 10 min.
Am Stadion angelangt konnte ich direkt das Gelände betreten und hatte keinerlei Wartezeit bei der Einlasskontrolle. Schnell noch aufs Klo und selbst hier sieht bemerkt man das der Architekt mitgedacht hat, eine Tür ist für den Eingang und eine für den Ausgang (Frankfurt hat so etwas natürlich nicht), das macht Sinn, da an Spieltagen viel Bier getrunken wird und mindestens genauso viel gepinkelt wird, dementsprechend hoch ist der Verkehr an diesem stillen Örtchen. Erstaunt war ich ebenfalls von den Desinfektionsmittel-Spendern auf den Toiletten wenn das Geschäft doch etwas größer wird, das macht wiederum auch Sinn, da etliche Fans und Nicht-Fans genauso wenig zielen können wie Köhler auf das gegnerische Tor oder Amanatidis mit seinen Pässen bei dem besagten Auswärtsspiel.
Im Block (O11) angekommen sorgten die ersten Frankfurter schon für Stimmung und wenn man die Eintracht ein bisschen kennt, dann erkennt man auch einige bekannte Frankfurter Gesichter. Hey, immerhin war da wohl irgend so ein Schauspieler aus der TV-Serie „Verbotene Liebe“ anwesend, aber ich habe keine Ahnung wie der gute Mann heißt.
Weitaus weniger erfolgreich beim erspähen von „bekannten Gesichtern und Freunden“ war Miss Piggy eine Reihe vor mir. Die gute war nicht groß gebaut, sondern eher breit und natürlich musste sie alle zwei Minuten aufstehen, da sie anscheinend glaubte jemand im Stehblock erkannt zu haben und selbst wenn, who the fuck cares? Ganz abgesehen davon, dass wir im Oberrang saßen! Noch wurde das Spiel ja nicht angepfiffen, also konnte es mir auch egal sein, was die Tante vor mir macht, allerdings machte sie mich verrückt mit ihrem zurechtrücken des Shirts nach dem Aufstehen und nach dem Hinsetzten, die gute fühlte sich anscheinend zu fett.
Ja verdammt, ich schweife schon wieder ab, aber so Leute gehen mir nun mal auf den Sack, so etwas macht mich ganz kirre. Einen muss ich allerdings noch drauf setzten, rechts von mir saßen diese Jungs die mir bereits in der Innenstadt aufgefallen waren. Anhand der hässlichen Poloshirts in Kombination mit noch hässlicheren Frisuren und der Piloten Ray-Ban sahen diese Jungs so aus, als hätte ihnen (die Schule Schloss) Salem Freigang erteilt. Was zum Teufel macht die „Verantwortungselite“ bei einem Ballspiel das überwiegend vom Proletariat besucht wird im Gästeblock? Na ja, vermutlich waren das wannabe Internatsschüler, da Pappa ihnen doch sonst bestimmt ein paar Tickets auf der VIP Tribüne organisiert hätte.
Ich habe eben bei Wikipedia gelesen, dass Patrice, sein Abi auch in Salem gemacht, von wegen Ghetto und so. Ich lach mich schlapp! Nun zurück zum Sport:
Es folgte die Mannschaftsaufstellung der Kölner und irgendwie hatten die Frankfurter die Heimmannschaft
genauer studiert, da sie bei allen Spielern die Nachnamen kannten, aber anscheinend heißen alle Kölner „Arschloch“ mit Familiennamen – da sind die Eltern wohl doch Geschwister.
Wie auch immer, das Spiel wurde nun endlich angepfiffen und Miss Piggy musste natürlich weiterhin stehen und sich wieder hinsetzten und ihr Shirt zurechtrücken. Unglaublich, wie mir jemand mit so einer Kleinigkeit auf den Sack gehen kann, aber das habe ich ja bereits erwähnt.
Die Eintracht spielte irgendwie lahm, aber sonderlich Action hatte ich auch nicht erwartet. In der 30. Spielminute kassierten die Frankfurter ihr erstes Tor durch einen Befreiungsschlag von Mannschaftskapitän Ümit Özat auf Milivoje Novakovic und kurz darauf erhielten die Kölner noch einen elf Meter, da sich der Frankfurter Verteidiger Patrick Ochs ein wenig zu ambitioniert im Strafraum gegen Sergiu Radu durchsetzten musste/wollte. Überflüssig war das Ganze schon, aber er hat immerhin Glück gehabt, das hätte nämlich ganz easy rot geben können.
Der Kölner Roda Antar patzte beim dem elf Meter-Schuss und somit ging der Ball dann an den Pfosten. Die restliche erste Halbzeit verlief eher öde und als Trainer Friedhelm Funkel Mehdi Mahdavikia nach der Halbzeit einwechselte, rechneten viel schon mit dem Schlimmsten.
Doch dann kam die Wende, Faton Toski wurde durch Caio, dem teuersten Einkauf in der Geschichte der Eintracht ersetzt. Caio soll ja angeblich das Problemkind (gennant auch “Problem-Brasilianer”) der Eintracht sein. Okay, er kam wohl mal zu fett aus dem Urlaub zurück, aber mittlerweile hat er einige Kilo abgenommen und wirkt sehr fit. Bisher durfte er auch keine einzige Partie durchspielen, ebenso selten wurde er bisher auch eingewechselt, aber jedes Mal wenn er spielen durfte, dann ist der 22 jährige Brasilianer aufgefallen.
Ab dem Augenblick als Caio auf dem Platz stand änderte sich die ganz Situation. Die Eintracht wirkte insgesamt aggressiver. Caio war keine fünf Minuten im Spiel und erzielte mehr Schüsse auf das gegnerische Tor als alle anderen seiner Teamkollegen. Getroffen hat er zwar nicht, aber immerhin hat er sich bemüht.
In der 81. Spielminute konnten die Frankfurter dann zum Glück durch einen Pass von Kapitän Ioannis Amanatidis auf Martin Fenin, der das Leder per Kopfball im Kölner Tor versenkte, mit einem 1:1 ausgleichen. Caio war an dieser Situation beteiligt, auch wenn er nur den Ansatz dieser vorbereitet hat.
Die Frankfurter erhöhten den Druck auf die Kölner, aber konnten sich letztendlich nicht durchsetzten und somit endete diese Partie mit einem 1:1. Immerhin, das ist der erste Punkt für die Frankfurter in dieser Saison.
Zum Schluss wurde natürlich noch eine Rauchbombe im Frankfurter Stehblock gezündet was für Aufregung bei den Kölner Ultras sorgte, doch durch das massive Polizeiaufgebot konnten Ausschreitungen unterbunden werden und so verlief der zweite Spieltag in Köln relativ friedlich.